Der Internationale Museumstag 2026 am 18. Mai 2026 steht unter dem Motto „Museen verbinden eine geteilte Welt“.  Ziel ist es, die Rolle der Museen zur Förderung von Frieden, Einheit und gemeinsamem Kulturerbe weltweit hervorzuheben. Um dazu beizutragen, laden das GLAM-Programm von Wikimedia CH, das Museum für Kommunikation in Bern, das PTT-Archiv dazu ein, anhand von mehreren Aktionen und einer Pop-up-Ausstellung ab 19. Mai zu erleben, wie Kultur Brücken bauen und Dialoge fördern kann.

18. Mai: Panel-Diskussion „Politics of Care“

Am 18. Mai kommen Expert:innen zu einer Panel-Runde zum Thema Politics of Care zusammen. Gemeinsam diskutieren sie, wie und warum der Care-Aspekt auf der politischen Agenda wieder ein grösseres Gewicht bekommen sollte. Zu den Panelisten zählen ein Vertreter von Wikimedia Brazil sowie Heike Bazak Leiterin des PTT-Archivs.

19. Mai: Archivgeschichten in Kunstwerke übersetzen

Am 19. Mai öffnet eine Pop-Up-Ausstellung im Museum für Kommunikation, Bern. Zu sehen sind Werke von Kunstschaffenden, die sich im Rahmen des Cocreation-Projekts auf Einladung von Wikimedia CH auf Entdeckungsreise im PTT-Archiv begeben haben. Sie liessen sich anhand der Geschichten aus Hunderten historischer Telefonbücher und den Erläuterungen der Leiterin Heike Bazak zu Kunstwerken inspirieren.  „Wir wollten damit einen anderen Weg beschreiten, die verborgenen Geschichten aufzubereiten und Archivalien erlebbarer für ein breites Publikum zu gestalten“, erläutert GLAM-Lead Sandra Becker.

Telefonbücher ein Spiegel ihrer Zeit

Nun ist ein Telefonbuch bei Weitem kein spannender Roman. Was sind also die Geschichten, die sich daraus ablesen lassen? Heike Bazak muss da nicht lange überlegen: „Telefonbücher lassen viele gesellschaftsrelevante Rückschlüsse auf das Selbstverständnis der jeweiligen Zeit ablesen. Sie dokumentieren auf ihre Art Beziehungen zwischen den Menschen und deren Kommunikation.“ Diese Aspekte reichen von der Wirtschaftsentwicklung bis hin zu romantischen Liebesgeschichten.
Ablesbar ist beispielsweise das Wachstum der Wirtschaftszentren Genf, Basel, Bern, Zürich und St. Gallen. „Das ist auch die Geschichte einer Innovationsleistung“, sagt Heike Bazak.

Vorläufer der der virtuellen Partnervermittlung

Neue Berufsbilder wie die Telefonfräulein nahmen ihren Aufschwung. In der Schweiz war die Telefonvermittlung reine Frauensache. In Italien waren zur Gesprächsvermittlung nur Männer im Einsatz. Beim „Verkabeln“ entstanden auch persönliche Verbindungen, aus denen Freundschaften, ja sogar Ehen resultierten. „Das ist fast wie ein Vorläufer der der virtuellen Partnervermittlung, wie wir sie heute kennen“, berichtet Sandra Becker.

Virtuelle Ausstellung und Editathon

Alle Kunstwerke, die in dem Workshop entstanden, wurden fotografiert und die Bilder auf die Mediendatenbank Wikimedia Commons hochgeladen. In Zusammenarbeit mit der Forschungseinrichtung für virtuellen Ausstellungen am Informatik-Lehrstuhl der Universität Basel werden diese Werke in einer virtuellen Ausstellung erlebbar.
Damit dieses Projekt auch auf Wikipedia dokumentiert wird, laden die Veranstalter am 19. Mai zu einem Editathon im Museum für Kommunikation ein.

 

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